Mentalfutter

Du schaffst das!

Ein neuer Job, eine große Prüfung oder eine Deadline die immer näher rückt, ohne das man das Gefühl hat, momentan vom Fleck zu kommen. Wieso hat man nochmal den neuen Job überhaupt bekommen? Und sollte ich bei der Prüfung nicht doch erst zu nächsten Termin gehen? Bestimmt bin ich viel zu schlecht vorbereitet! Dieses Date heute Abend, das sage ich ab – wird doch eh wieder nix!

Es gibt viele von Situationen in denen man das Gefühl hat: das ist eine Nummer zu groß für mich! Ich schaffe das nicht.

Die Welle, die da auf einen zukommt, ist einfach zu groß. Man hat oft einfach das Gefühl, einer Situation absolut nicht gewachsen zu sein. Dieses Gefühl führt im extremsten Fall sogar dazu, dass wir bei Prüfungen versagen oder tatsächlich Dinge aufschieben, die wir eigentlich längst bravourös meistern könnten. Wie könnte man sich selbst in genau solchen Situationen helfen?

Reflektiere, Reflektiere, Reflektiere.

Gerade kurz vor solchen Situationen, beispielsweise auch vor meinem leichten Anfall von Panik vor meiner Bachelorprüfung vor gut einem Jahr, denke ich gerne an meine eigene Vergangenheit zurück:

Du hast schon ganz andere, großartige Dinge gemeistert! Viele Situationen waren sogar noch emotionaler, anstrengender und größer, als diese es heute ist und ich habe es trotzdem geschafft. Ich habe bisher alles geschafft!

Es ist hilfreich, an ganz konkrete Situationen zurückzudenken: beim letzten neuen Job warst du noch viel unerfahrener, als vor diesem, neuen, ersten Arbeitstag und man konnte sich trotzdem sehr gut einarbeiten. Und auch vor der nächsten großen Prüfung an der Uni kannst du daran zurückdenken, wie groß die letzte Abschlussprüfung oder die Aufnahmeprüfung zum Studium damals auf dich gewirkt hat – auch das hast du bereits mit Bravour geschafft!

Gerade kurz vor solchen Situationen neigt so mancher dazu, schwarz zu malen und investiert viel zu viele negative Gefühle in eine Herausforderung. Gerade dann ist es wichtig, an positive Erlebnisse aus der Vergangenheit zurückzudenken, sie noch einmal zu erleben.

Woran erinnerst du dich besonders gut? Was hast du bereits sehr gut gemeistert? An genau solche Situationen zurückzudenken, wird die Situation um einiges erleichtern. Was genau bewirkt diese Reflektion?

  • Selbstberuhigung

Durch das Zurückdenken an eine Position, die mit einem positiven Gefühl verbunden ist, wirst du dich selbst sehr schnell beruhigen können. Dein Herz wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wieder langsamer schlagen, du bekommst ein positives Grundgefühl und wirst dich umgehend wohler in deiner Haut fühlen. Ich nenne es auch gerne „Selbstbeweihräucherung“ – durch das zurückdenken daran, was wir schon alles geschafft haben, reden wir uns quasi selbst gut zu.

  • Du bringst dich in eine positive Grundstimmung!

Durch das hineinversetzen in eine Situation, die du als positiv in Erinnerung hast oder mit Erfolg gemeistert hast, bringst du dich auch im Hier und Jetzt automatisch in eine positive Grundstimmung. Die negative Grundeinstellung, die du davor hattest, wird dadurch schnell verschwinden. Das wirkt sich wiederrum positiv darauf aus, wie du der bevorstehenden Aufgabe entgegentrittst! Eine positive Grundeinstellung wirkt sich außerdem auch sehr positiv auf dein Auftreten und deine Ausstrahlung aus.

  • Du wirst die Situation souverän meistern.

Fühlst du dich gut, bist du dir auch sicher in dem was du zu tun hast! Du verschwendest damit beispielsweise unmittelbar vor einer Prüfung nicht mehr so viel Zeit für Fragen, bei denen du dir unsicher bist, sondern konzentrierst dich auf diejenigen, von denen du weißt, dass du sie kannst. Hinzu kommt, dass ein sicheres Auftreten ebenfalls wieder dein Umfeld beeinflusst.

Die Herangehensweise an die Situation selbst wird definitiv eine andere sein, wenn du ein positives Grundgefühl mitbringst.

Falls dir in solch einer Situation tatsächlich kein positives Erlebnis aus der Vergangenheit einfallen sollte, dann mache dir eines bewusst: du bist nicht umsonst in dieser Situation! Die Firma, die dich für deinen neuen Job gewählt hat, hat dich nicht ausgewählt, weil sie von Vornherein denkt „Der Bewerber ist nicht für diese Stelle geeignet“, sondern weil genau das Gegenteil der Fall ist: du bist genau richtig am Platz!

Das sogenannte „ankern“ ist sehr hilfreich in solchen Situationen: lege dir für solche herausfordernden Situationen bereits vorab positive Erlebnisse bereit, auf die du dann zurückgreifen kannst. Somit kommst du nicht in die Lage, dass dir im Stress vielleicht wieder nur die schlechten Sachen einfallen.

Außerdem: Was ist das Schlimmste, was mir passieren kann?

Ich habe diesen Satz aus dem Buch „Sorge dich nicht – lebe!“ von Dale Carnegie (kann ich jedem empfehlen, der sich, wie der Titel schon sagt, einfach zu viele Sorgen um alles und jeden macht). Die Kernaussage, die ich mir aus dem Buch mitgenommen habe, ist: „Was ist das Schlimmste, was mir passieren kann?“. Das schlimmste was dir passieren kann, ist, dass du im Worst Case zum nächsten Prüfungsantritt musst. Im absoluten Worst Case auch zu einer kommissionellen Prüfung – aber wenn du die Prüfung bereits zwei oder sogar dreimal versemmelt hast, stellen sich dann nicht sowieso einige weitere Fragen?

In vielen Situationen wirst du nach dem Beantworten dieser Frage feststellen: okay, damit kann ich eigentlich im Notfall auch ganz gut leben. Die Antwort darauf nimmt aber für den Augenblick erst einmal relativ viel Druck heraus, der momentan auf den Schultern lastet.

Seit ich diese Frage in meinen Alltag integriert habe, gehe ich nicht nur leichter mit großen Herausforderungen um, ich schaffe es auch besser, mich an die Dinge zu erinnern, die ich bereits gemeistert habe! Also: auf geht’s zur nächsten herausfordernden Situation: du wirst sehen, du wirst sie mit Bravour meistern!  

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