Mindset

Gedankenzüge

Zugfahren. Ich liebe es! Schon in Kindheitstagen bin ich gerne mit dem Zug gefahren. In den letzten Monaten wurde das durch Corona immer weniger. Als ich aber vor ein paar Wochen das erste Mal seit langer Zeit wieder an einem Bahnhof gestanden bin, musste ich ein wenig an meine ganz persönliche Mindset-Reise denken. Nach so langer Zeit ohne Reisen mit dem Zug fiel mir plötzlich auf, dass Bahnhöfe und das Drumherum sehr viel mit unserem Mindset gemeinsam haben.

Viele von uns nehmen Tag für Tag denselben Zug, obwohl dieser uns eigentlich schon ziemlich nervt

Es gibt viele Passagiere, die Tag für Tag den selben Zug nehmen, obwohl sie absolut unglücklich mit dem Ziel sind, wo der Zug ankommen wird. Wer zur „Rush-Hour“ mit dem Zug fährt wird vielleicht besonders viele von diesen Passagieren treffen. Obwohl sie unglücklich sind, nehmen sie Tag für Tag denselben Weg und versuchen eben irgendwie damit zu leben. Entgegen der eigenen Überzeugungen oder den Wünschen, die das eigene Herz so mit sich herum trägt.

Dabei hat jeder die Wahl, welchen Zug man wählt

Was viele vergessen haben: Jeden einzelnen Tag kann man aufs neue entscheiden, in welchen Zug man tatsächlich steigt. Man muss vielleicht nicht gleich den „echten“ Zug wechseln, der einen täglich zur Arbeit bringt und von einem Tag auf den anderen nicht mehr in die Arbeit fahren, aber man kann zumindest den Zug der eigenen Gedanken ab sofort wechseln. Zum Beispiel könnte man damit anfangen, sich zu überlegen, was man ändern möchte, um dann in kleinen Schritten auf einen neuen Zug wechseln.

Gedankenzüge sind oft eine Reise ohne Ziel

Was die wenigsten im echten Leben tun würden, ist bei Gedankenzügen der Alltag: Man nimmt einfach irgendeinen Zug ohne zu schauen, wo der hinführt. Die eigenen Gedanken fahren einfach so dahin. Niemand fragt sich wirklich: wo führen mich meine Gedanken eigentlich hin? Ich bin mir sicher, die Passagiere aus der Rush-Hour würden im echten Leben niemals einen Zug nehmen, bei dem sie nicht wissen, wo der hinführt. Mit den eigenen Gedanken aber legen viele tagtäglich eine Reise hin, auf die man selbst scheinbar keinen Einfluss mehr hat. Gedankengänge wie „Ich habe keine Lust.“, „Ich bin unglücklich.“, „Ich bin erschöpft und müde.“ oder „Eigentlich möchte ich etwas anderes machen.“ gehören da zur Tagesordnung.

Manche nehmen immer denselben Gedankenzug, obwohl sie wissen, dass er an ein Ziel führt, wo sie nicht hin wollen

Auch so eine Sache, die die meisten von uns im echten Leben nicht machen würden. Vor allem, wenn man ans Reisen denkt. Ich kenne niemanden der mit freiem Willen an einen Ort reist, den er gar nicht besuchen möchte. Mit den eigenen Gedanken nehmen wir es wieder nicht ganz so genau. Obwohl man immer die Wahl hat, was man über eine Situation denkt, sitzen wir oft – mal wieder – im genau selben Zug wie am Vortag. Obwohl wir dort eben nicht mehr hin wollten!

Vielleicht lohnt es sich, die Gedankenzüge gleich wichtig zu nehmen, wie die echten Züge im Bahnhof

Gerade die eigenen Gedanken sind es aber, die dem Alltag die Farbe geben. Sehe ich alles grau, wird die Stimmung nicht gerade die beste sein! Selbst wenn man noch nicht in dem Traumjob arbeitet, den man sich als 8-Jähriger gewünscht hat, kann man einmal dankbar sein, für das was man hat. Selbst wenn man gerade noch so überfordert ist mit den Aufgaben, die vor einem stehen, kann man auch einmal stolz auf sich sein, was man schon alles geschafft hat. Ich behaupte nun einmal: in 99,9 Prozent der Situationen kann man einfach so einen völlig neuen Gedankenzug wählen.

Und ja, aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, diesen Weg zu ändern. Es ist verdammt schwer, ein einen neuen Zug zu steigen, wenn man seit Jahren schon Tag für Tag immer denselben Zug nimmt. Immerhin sitzen dort  auch schon diese ganzen vertrauten Gesichter. Man kennt den Weg und auch im Ziel kennt man sich doch in Wahrheit eigentlich ganz gut aus. Im neuen Zug müsste man sich wieder neu orientieren und das Risiko eingehen, dass einem das Ziel vielleicht doch nicht so gut gefällt. Ebenfalls aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es sich lohnt, zumindest den Gedankenzug endlich einmal zu wechseln. Weg von dem negativen Zeug hin zu möglichst fröhlichen Gedanken!

Und was hat der Gedankenzug jetzt mit dem echten Zug gemeinsam?

Nun ja – egal ob Gedanken oder der Weg im echten Leben: Du hast immer die Wahl, welchen Zug du nimmst! Beim Zug im echten Leben, kann man vielleicht aus finanziellen Gründen nicht von jetzt auf gleich auf einen anderen umsteigen, aber zumindest beim Gedankenzug hat man diese Möglichkeit. Man kann nämlich immer wählen, welche Gedanken man hat. Und dieser Wechsel in den Gedanken führt dann irgendwann einmal dazu, dass du auch im echten Leben wieder im richtigen Zug sitzt.

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