Mentalfutter

Von außen betrachtet, ist es gar kein Stress…

Bei mir sind es vor allem die Endphasen der einzelnen Semester, die mich viel Energie kosten und in denen ich merke, dass nicht mehr viel Kraft und Motivation für den Endspurt vorhanden ist. Aber eine Aussicht auf Urlaub oder einmal ein paar Tage ganz abschalten gibt es (noch) nicht. Die Betonung liegt auf noch – denn wenn ich merke, dass ich keine Energie mehr habe, schaue ich mir an, wie lange es noch dauert, bis ich mich wieder ordentlich sammeln kann. Hier sindmeine Tipps, wie man solche Phasen etwas leichter durchsteht.

  • Wie lange dauert die Phase noch, in der ich tatsächlich noch außerordentliche Höchstleistungen erbringen muss?
    Man ist gereizt, angespannt und bringt in stressigen Situationen nur noch wenig Geduld und Nachsehen mit. Hier gilt es sich genau anzuschauen: wie lange wird diese Phase noch dauern? Ist das Projekt in drei, vier Wochen oder erst in ein paar Monaten zu Ende? Sind es vielleicht so oder so nur noch ein paar Tage? Für ein paar Tage oder Wochen, raffe ich mich noch auf, reiße mich zusammen. Ist der Zeitraum offensichtlich zu lange, suche ich mir eine Möglichkeit zumindest für einen Tag oder wenigstens ein paar Stunden abzuschalten und meinen Energietank etwas aufzuladen. Ich bin überzeugt davon, dass man sich einen Tag Zeit für sich nehmen kann, wenn ein Projekt oder eine Phase noch mehrere Monate andauern wird. Ich persönlich plane für mich zeitnah nach Abschluss einer solchen Phase eine Aktivität, bei der ich meinen Energietank wieder aufladen kann (zum Beispiel: einen Urlaub, Zeit mit der Familie – ohne Handy, einen Tag in der Therme, etc.). Dabei kann es schon viel Energie spenden, wenn man sich auch während der stressigen Phase bereits zumindest die Zeit nimmt, eine kleine Pauschalreise zu buchen oder Zeit mit der Familie oder Freunden zu vereinbaren, auf die man sich dann bereits freuen kann.

  • Gibt es Lebensbereiche in denen ich mich eventuell ein bisschen zurücknehmen kann?
    Vor allem in stressigen Situationen schafft man es manchmal nicht, den „Schirm“ über alles zu halten. Familie, Freunde, Beruf, Studium, usw. – alles soll irgendwie funktionieren und alle sollen glücklich und zufrieden sein. Aber eventuell kann man seine Familie oder seine Freunde auf gewisse Situationen vorbereiten? Indem man bereits vorab alle informiert, „Hey, hier wartet eine sehr stressige Phase auf mich, sie wird circa vier Wochen dauern und in diesen vier Wochen wird es mir tatsächlich schwer gelingen, mich zu melden/euch zu besuchen.“ Ich persönlich füge dann noch immer dazu, dass ich trotzdem für diejenigen da bin, wenn der Hut wirklich brennt. Das liegt nicht daran, dass ich mir die Zeit nur dann nehme, wenn es ein Problem gibt, sondern daran, dass sich dann einfach die Prioritäten ändern. Und auch wenn es jetzt bestimmt Argumente dafür gibt, dass die Familie oder Freunde doch auch in einer stressigen Phase genauso wichtig sind wie in anderen Phasen: ja das stimmt. Aber gerade jene Personen, die einen lieben, bringen umgekehrt ein bisschen Verständnis dafür mit, wenn es bei einem selbst gerade drunter und drüber geht. Umgekehrt würden wir das doch genauso akzeptieren.


  • Von außen betrachtet
    Betrachtet man die eigene Lebenssituation von außen wird sich relativ schnell herausstellen, dass in gewisse Situationen zu viel Energie investtiert wird. Muss das wirklich alles noch diese Woche fertig werden, jede einzelne dieser Aufgaben oder will nur ich es nur schnell abschließen, weil ich glaube, dadurch in der nächsten Woche einen Vorteil zu haben? Ist es wirklich ein Problem, wenn ich mich erst eine oder zwei Wochen später mit meinen Freunden treffe oder ist es okay, ihnen meine Situation zu erklären und nein zu sagen? Muss ich wirklich den ganzen Tag bei der Familiengeburtstagsfeier bleiben oder kann ich auch nach dem Essen gehen und offen und ehrlich meiner Familie erklären, dass ich momentan einfach eine stressige Phase habe?


  • Vorfreude auf das Ende
    Ja, es gibt stressige Phasen im Leben. Aber diese Phase wird nicht ewig dauern. Sich auf das Ende zu freuen, wird dabei helfen, schon vorab ein wenig Energie zu sammeln. Sich umgekehrt dann wieder voll auf die momentane Aufgabe zu konzentrieren wird dazu führen, dass wir diese besser abschließen können. Überlegt euch für danach, was euch Spaß macht. Wobei kann man richtig abschalten? Ist es ein Urlaub? Ist es Zeit mit der Familie? Ist es eine sportliche Aktivität, der ich während dem stressigen Zeitraum nicht so nachgehen konnte? Möchte ich, wenn das Projekt abgeschlossen wird, feiern gehen und mache mir gleich eine Abschlussparty mit meinen Freunden aus? Egal was, es liefert auf jeden Fall weitere Energie, sich auf die Belohnung zu freuen.

Es ist sehr hilfreich, in solchen Stressphasen die Emotionalität, die wir selbst mitbringen etwas herauszunehmen. Die Situation einmal aus der Sicht eines anderen betrachten kann hierbei sehr hilfreich sein. Und viele Situationen erscheinen, wenn man sie etwas neutraler betrachtet, sehr schnell nicht mehr ganz so groß, wie sie noch davor waren.

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