Mentalfutter

WHAT’S NEXT? Wenn mal wieder alles zu viel wird…

Positiv denken. Ganz klar, einer der Grundsätze von Mentalfutter. Genauso Sätze wie „du kannst negativ denken, aber dadurch wird sich nichts ändern“ oder „was soll sich verändern, wenn du dich nicht veränderst“. Aber völlig egal, wie gut man diese Denkweisen schon verankert hat oder eben noch nicht, es gibt immer irgendwann den Moment in dem man sich denkt:

Wie zum Teufel soll ich das jetzt bloß alles schaffen?

Gemischt mit einer Portion Angst, Respekt und Ungewissheit kann das bis hin zum totalen Nervenzusammenbruch führen. Und ja, ich rede aus Erfahrung: gerade wenn es früher einmal ein „bisschen mehr“ geworden ist, hatte ich die Neigung, meine Nerven zu schmeißen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich die ganzen Dinge, die ich vor mir habe, bewältigen soll. Das hat mitunter auch dazu geführt, dass mich kleinste Dinge im Alltag überfordert haben. Aber eben auch aus Erfahrung weiß ich, dass man diese Momente auf ein Minimum reduzieren, beziehungsweise sogar völlig unter Kontrolle bringen kann. Es gibt keinen Grund die Nerven zu schmeißen, aber…

…gefühlsmäßig baut sich in diesem Moment eine Wand vor einem auf, die unbezwingbar scheint. Die große Frage, um die Nerven zu behalten ist:

Wie betrachte ich diese Wand, die sich da vor mir aufgebaut hat?

Marcel Hirscher hat letzten Mittwoch bei seinem Rücktritt ein gutes Beispiel genannt: Du stehst mit dem Rücken zu einer Wand und kannst definitiv nicht zurück. Vor dir tut sich ein Berg auf, auf den du unbedingt hinauf musst. Und auf dem Weg hinauf zur Spitze sind lauter Wölfe die „nur auf dich warten“. Du hast keine Ahnung wie, aber du musst unbedingt durch/hinauf.

Jeder hat zwei Optionen, solch einen Berg oder eine Wand zu betrachten:

  1. Ich schmeiße die Nerven (Die Angst ist in solchen Fällen ein echtes Luder!)
  2. Ich betrachte die Situation sachlich und überlege mir, wie ich am besten da hoch komme.

Geprägt von Angst, vielen Gefühlen und Emotionen neigen wir dann dazu, die Nerven zu schmeißen. Wir würden lieber weglaufen, uns verstecken. Aber das geht eben oft nicht und führt dann dazu, dass wir uns selbst verlieren. Deshalb ist der nächste Schritt:

Emotionen raus!

Du kannst noch so gefühlvoll oder sensibel sein, wenn du merkst, alles wird dir zu viel: nimm die Emotionen raus. Das hat nichts mit „emotionslos sein“ zu tun, sondern damit, eine Sache ab sofort anders anzugehen. Bis zu einem bestimmten Stadium in dem sich die Wand gerade aufbaut, geht das noch ganz gut. Du darfst den Punkt nicht übersehen, an dem dann es dann tatsächlich zu viel wird.  Betrachte die Wand vor dir rechtzeitig einmal sachlich.

Was kommt hier alles? Was davon ist kleiner als die Dinge in der Vergangenheit, was ist vielleicht größer? Wie groß haben Dinge in der Vergangenheit auf mich gewirkt und habe ich die dann nicht auch geschafft? Oder hat es zumindest immer irgendeinen Weg gegeben?

Irgendwann habe ich so festgestellt: Es gibt eigentlich keine Sache, die ich bisher nicht geschafft oder zumindest nicht irgendwie durchgestanden habe! Selbst wenn alles schief läuft, irgendeinen Weg hat es bisher doch immer gegeben.

Sachlich Sortieren.

Hast du erst einmal deine Emotionen herausgenommen, kannst du sehr sachlich und pragmatisch mit den folgenden Fragen sortieren:

  • Was ist groß, was ist klein?
  • Was ist wichtig? Was ist unwichtig?
  • Was ist mir wichtig, aber den anderen nicht?
  • Was ist anderen wichtig, aber mir eigentlich nicht?
  • Wie schnell sind die Dinge zu erledigen? Vielleicht ist mir eine Sache wichtig, kann aber noch warten? Oder umgekehrt?
  • Was hat zuerst größer gewirkt, als es auf den zweiten Blick tatsächlich ist? (wird bei sehr vielen Dingen zutreffen)

Oft schreibe ich die Dinge auf, die passieren werden. Oder die Dinge, die ich zu bewältigen habe. Ein Kalender ist für mich enorm wichtig, um alles zu sortieren, was passiert und passieren wird. Hin und wieder schreibe ich einen längeren Zeitraum auf ein Blatt – oder drucke mir beispielsweise einen Monats- oder überhaupt einen Jahresplan aus, um zu sehen, wie sich die Dinge zeitlich ergeben könnten. Vor allem dann wenn man merkt, dass es zu viel wird: es wird dir viel Druck nehmen, sachlich über die Ereignisse nachzudenken und sie aufzuschreiben.  

Entscheidungen treffen sich leichter, wenn die Emotionen draußen sind!

Hast du es geschafft, die Dinge sachlich zu betrachten und zu sortieren, kannst du leichter Entscheidungen treffen. In den seltensten Fällen stellt sich heraus, dass zwei Dinge beispielsweise sofort und auf der Stelle erledigt werden müssen. Wäre es aber tatsächlich so, würde ich – vor allem wenn ich schon knapp davor bin die Nerven zu schmeißen – mittlerweile die Sache wählen, die mir persönlich wichtiger ist!  Manchmal ist das im Endeffekt trotzdem, etwas für andere zu tun – auch so eine Sache kann dir als Person gerade wichtiger sein, als etwas für dich selbst zu erledigen.

Ein kurzer Ausblick: Das Gleiche geht übrigens auch mit der Vergangenheit 🙂

Hin und wieder passiert es, dass wir so viel zu tun haben, ohne darüber nachdenken zu können, was eigentlich gerade passiert. Vielleicht sind dabei sogar prägende Dinge passiert oder es waren sehr strapazierende Situationen zu bewältigen, aber du hast sie ganz gut geschafft. Dann sitzt du vielleicht einmal, sobald es wieder ruhiger wird, zu Hause, und weißt gar nicht, wie dir gerade geschieht. Plötzlich überkommen einen Emotionen, bei denen man nicht weiß, wo die her kommen. Manchmal bleiben diese Emotionen dann und beeinflussen dich plötzlich am nächsten Tag, wenn du etwas angehen möchtest. Ich kenne viele Personen, die genau an dieser Stelle dann krank werden – der Stress lässt nach, der Körper holt sich, was er verpasst hat. Aber auch in solchen Situationen hilft es aufzuschreiben:

Was ist in der letzten Zeit alles passiert? Wie habe ich es geschafft? Was würde ich anders machen?

  • Dieser Zettel wird dann meistens länger, als man denkt!  Dadurch werden einem auch die Emotionen bewusst, die man gerade hat. Und vor allem erkennt man, was man in der letzten Zeit alles geleistet hat, ohne es in diesem Moment so zu empfinden. Es ist klar, dass dein Körper auch irgendwann reflektiert und sagt: das war ganz schön heftig! Macht aber nichts, denn durch das aufschreiben können wir ja ab sofort besser damit umgehen.

Die Sicherheit, dass es immer irgendeinen Weg gibt, nimmt mir in den oben genannten  „Wand-Situationen“ sehr viel Druck und zeigt mir:

irgendwie wird es schon klappen!

Abgesehen davon, dass ich nicht mehr so ein „Nerverl“ bin wie früher, kann ich so die Dinge und Aufgaben, die auf mich zukommen, besser bewältigen.

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Wenn du Fragen zu dem Thema hast, dann schreib mir eine Nachricht auf Instagram oder an becci@mentalfutter.at! Ich freue mich auf deine Nachricht.

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